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Pressemitteilung
Wie eine Architektin zur Herrin über jede Menge Kies wurde
Um in die Geschäftsführung des Kies-, Sand- und Splittwerkes ihrer Familie einzusteigen, hat Lisa Thaler ihren ursprünglichen Beruf aufgegeben.
Von der Architektur ins Kieswerk
„Wer keine Steine mag, kann nicht im Kieswerk arbeiten“, lautet ein Satz, den man bei uns oft hört. Und tatsächlich steckt in jedem Haufen mehr, als man denkt: Körner zwischen 0,063 und zwei Millimetern Durchmesser gelten als Sand, alles Größere als Kies. Welche Mischung für welchen Zweck passt, wissen unsere erfahrenen Kolleginnen und Kollegen oft schon auf einen Blick.
Lisa Thaler ist 2018 in das Familienunternehmen eingestiegen und hat dafür ihren Beruf als Architektin aufgegeben. „Das war eine schwere Entscheidung, aber ich wollte nicht diejenige sein, die die Firmentradition beendet“, sagt sie. Aufgewachsen ist sie mit Kies: Viele unserer langjährigen Mitarbeitenden kennen sie noch aus der Zeit, als sie als Kind die Kies- und Sandberge hinunterrutschte.
1957 gründete ihr Urgroßvater Andreas Thaler sen. am südöstlichen Ortsrand von Täfertingen das Kies-, Sand- und Splittwerk. Heute führt sie das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Vater Andreas Thaler in vierter Generation.
1965 kam ein zweiter Standort in Gablingen hinzu, an dem bis heute Kies abgebaut wird. 1981 übernahm Johanna Thaler, die Tochter des Gründers, die Geschäftsführung, zehn Jahre später stieg ihr Sohn Andreas Thaler jun. mit ein. Heute führt Lisa Thaler das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Vater in vierter Generation. „Wir arbeiten gut zusammen“, sagt sie.
Tradition wird bei uns gepflegt. Auf dem Firmengelände stehen noch Holzgebäude aus der Gründerzeit, die an Goldminen aus alten Westernfilmen erinnern. „Das alte Sandwerk steht leer, aber wir bringen es nicht übers Herz, es abzureißen“, sagt Lisa Thaler.
Gute Nachbarschaft
Ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft ist uns wichtig. An trockenen Tagen befeuchten wir Fahrwege und Lagerflächen, um Staub zu binden. Anlieger aus Täfertingen können ihre Gartenabfälle außerdem kostenlos in einem eigenen Container bei uns abgeben.
Ein eigenes Verkehrsnetz auf dem Firmengelände
Unser Betriebsgelände in Täfertingen liegt in einer zwölf Hektar großen Senke am südöstlichen Ortsrand, fast eine kleine Stadt für sich, mit eigenem Wegenetz und Wegweisern. Neben einem Beton- und einem Asphaltwerk befinden sich hier unsere beiden Kerngeschäfte: die Kiesaufbereitung und das Recycling von Bauschutt. An Spitzentagen stauen sich die Fahrzeuge an der Waage bis auf die Täfertinger Straße zurück.
Das Kies-Sand-Gemisch aus unseren Gruben in Gablingen wird im Waschwerk in einer großen Siebtrommel getrennt. Die großen Steine brechen wir zu Splitt. Die feinsten Anteile gelangen mit dem Waschwasser über einen Graben quer durch das Gelände in zwei Absetzbecken. Der abgesetzte Schlamm wird in der Keramikindustrie verwendet. Das geklärte Wasser fließt in den Thalersee, aus dem wir täglich wieder Wasser für die Kieswäsche entnehmen.
Der Thalersee ist frei zugänglich und bei Spaziergängern beliebt. Baden ist dort nicht erlaubt. Am Ufer haben sich zahlreiche Vogelarten und Wildkräuter angesiedelt. Wir bitten alle Besucher, ihren Müll wieder mitzunehmen.
Wasseraufbereitung im Splittwerk
2021 haben wir das Splittwerk saniert und eine Wasseraufbereitungs-anlage mit Kammerfilterpresse gebaut. Sie entwässert den Schlamm so weit, dass er in der Keramikindustrie verwendet werden kann. Das aufbereitete Wasser verwenden wir wieder für die Kieswäsche. Die Investition lag bei rund drei Millionen Euro.
Bauschuttrecycling seit 1991
Neben dem Handel mit Kies, Sand und Steinen recyceln wir seit 1991 Bauschutt. Angeliefert wird er von Baufirmen, aber auch von vielen Privatkunden, manche kommen sogar mit dem Fahrradanhänger. Jede Anlieferung wird vorher und nachher auf der Fahrzeugwaage gewogen. Der Bauschutt wird im Brecher zerkleinert und zu Recycling-Baustoffen aufbereitet, zum Beispiel für den Straßenunterbau. Eisenhaltige Metalle entfernt ein Magnetabscheider. Leichte Störstoffe wie Kabel, Kunststoff, Papier und Holz saugt ein eigens entwickelter Windsichter ab, eine Art überdimensionaler Staubsauger.
Zusätzlich werden Störstoffe im Sortierhaus von Hand aussortiert. Altholz ist häufig mit Holzschutzmitteln oder Lacken behandelt und wird deshalb getrennt gelagert und fachgerecht verwertet.
Was ist alles Rohstoff?
Alles, was bei uns angeliefert wird, ist rechtlich zunächst Abfall, und doch steckt darin oft ein Rohstoff. Ob Material nach der Aufbereitung wieder als Sekundärbaustoff verwendet werden kann, müssen wir deshalb sorgfältig prüfen. Besonders bei Erdaushub sind die Anforderungen in den letzten Jahren deutlich strenger geworden: Selbst bester Mutterboden gilt als Abfall und braucht vor der Annahme einen Nachweis über seine Herkunft oder eine Analyse. Deshalb kontrollieren unsere Mitarbeitenden an der Annahme jede Lieferung in mehreren Schritten. Das erklärt auch die Kosten für die Annahme.
Ausbildung und Team
Wir bilden selbst aus: zur Fachkraft bzw. zum Umwelttechnologen für Kreislaufwirtschaft, zum Aufbereitungsmechaniker und zum Berufskraftfahrer. Viele unserer Mitarbeitenden sind seit mehr als 20 Jahren bei uns. Mit neuen Kolleginnen und Kollegen und modernisierten Anlagen entwickeln wir das Unternehmen gemeinsam weiter.
Quelle: Augsburger Allgemeine
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