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Pressemitteilung
Recycling erobert die Baubranche
Wie Bauen mit wiederaufbereitetem Beton funktioniert.
Bei der Andreas Thaler GmbH & Co KG in Neusäß wird seit vielen Jahren Material für Recycling-Beton sortiert. Zu der
Infoveranstaltung am 8. März, an der Hochschule Augsburg, zählt auch eine Besichtigung des Betriebs. Foto: Andreas Thaler
GmbH & Co. KG
R-Beton: Beton mit rezyklierter Gesteinskörnung
Ein großer Teil der in Deutschland abgebauten mineralischen Rohstoffe wird im Bau verwendet. Gerade Sand, eine Hauptzutat von Beton, ist in vielen Regionen nicht unbegrenzt verfügbar. Deshalb lohnt sich die Frage, wie Material aus abgerissenen Gebäuden wieder eingesetzt werden kann, damit weniger Kies und Sand neu abgebaut werden muss.
Beton besteht im Wesentlichen aus Zement, Gesteinskörnung, Sand und Wasser. Gesteinskörnung und Sand müssen nicht vollständig aus Gruben oder Steinbrüchen stammen. Ein Teil kann aus mineralischem Abbruchmaterial gewonnen werden, wenn dieses sorgfältig sortiert und aufbereitet wird. Beton mit solchen rezyklierten Gesteinskörnungen heißt R-Beton oder RC-Beton. Welcher Anteil zulässig ist, regeln die Betonnormen je nach Anwendungsbereich.
In der Schweiz wird R-Beton seit vielen Jahren verbreitet eingesetzt, in Deutschland ist er noch weniger üblich. Nach Angaben der Eigner Bauunternehmung aus Nördlingen fragen Bauherren aber zunehmend danach.
Ein Beispiel aus der Region: Eigner hat für Märker Zement in Harburg eine Halle gebaut, bei der die Fundamente sowie Teile der Betonwände und Bodenplatten in R-Beton ausgeführt wurden. Auf den Außenflächen wurden testweise 100 Prozent der groben Gesteinskörnung und 60 Prozent des Sandes durch Recyclingmaterial ersetzt. (Angaben der Eigner Bauunternehmung)
An unserem Standort Täfertingen produzieren wir für die Herstellung von R-Beton Betonsplitt 4/16 RC-B, güteüberwacht nach QUBA. Welche Anwendungen damit möglich sind, besprechen wir gern mit Ihnen.
Nach Angaben der Eigner Bauunternehmung verlief der Bau ohne größere Probleme. R-Beton ist genormt, zugelassen und wird wie jeder Beton güteüberwacht. Bei der Verarbeitung habe man in den eigenen Projekten keinen Unterschied zu herkömmlichem Beton festgestellt. Die zusätzlichen Kosten für die Güteüberwachung von Beton und Recyclingmaterial schätzt das Unternehmen bei einem Einfamilienhaus auf rund 0,3 Prozent der Baukosten.
Wer R-Beton im eigenen Neubau einsetzen oder Abbruchmaterial wiederverwenden möchte, kann das mit dem Architekten, dem Bauunternehmen oder dem Abbruchunternehmen besprechen. Die Abstimmung zwischen Abbruch, Bauunternehmen und Betonhersteller übernehmen in der Regel die beteiligten Firmen.
Eine Grenze setzt derzeit die Verfügbarkeit: Nicht überall gibt es genug geeignetes Recyclingmaterial in der Nähe, vor allem im ländlichen Raum. Lange Transportwege machen den Einsatz von R-Beton dann weniger sinnvoll.
Um Bauherren, Planer und Unternehmen besser zu informieren, haben sich in der Region die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, die Handwerkskammer Schwaben, der Schwäbische Architekten- und Ingenieurverein, der Treffpunkt Architektur Schwaben, die Bauinnung Augsburg, die Hochschule Augsburg und weitere Partner zu einem Bündnis zusammengeschlossen.
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