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Pressemitteilung
Natürliche Ressourcen sind endlich
Die Firma Andreas Thaler in Täfertingen ist seit 65 Jahren ansässig und in den Händen einer Familie. Die Augsburger Allgemeine berichtete über Recyclingpläne.
Sekundärrohstoffe: Warum wir Bauschutt stärker für Beton nutzen wollen
Bei uns stehen Gläser mit Gesteinskörnungen, die aussehen wie Bonbons. Darin sind Sekundärrohstoffe: Material, das wir aus Bauschutt gewinnen. Seit über 65 Jahren betreibt unsere Familie in Neusäß-Täfertingen, inzwischen in vierter Generation, vor allem ein Kies-, Sand- und Splittwerk.
Kies und Sand sind endliche Rohstoffe. Lisa Thaler ist 2018 in die Geschäftsführung eingetreten und hat dafür ihren Beruf als Architektin aufgegeben. Seitdem haben wir unter anderem eine Wasseraufbereitungsanlage für die Kieswäsche gebaut, die das Waschwasser aufbereitet. Als nächsten Schritt haben wir 2022 geplant, die bestehende Recyclinganlage auf unserem zwölf Hektar großen Betriebsgelände durch eine modernere Anlage zu ersetzen. Die Anlage ist noch weiterhin in Planung.
Der Hintergrund: In der Nähe von Städten gibt es immer weniger Flächen für den Kiesabbau, dafür aber viel Abbruchmaterial. Bisher wird Recyclingmaterial überwiegend im Straßen- und Wegebau eingesetzt. Wir möchten es verstärkt auch für die Betonherstellung aufbereiten, weil dort ein Teil der natürlichen Gesteinskörnung ersetzt werden kann. Dafür ist eine intensivere Aufbereitung nötig, denn die Normen begrenzen zum Beispiel den Ziegelanteil. Ziegelteile ließen sich etwa mit Luftdruck aussortieren. Das aussortierte Material könnte dann für Substrate zur Dachbegrünung genutzt werden.
Anlass: Bericht der Augsburger Allgemeinen vom 11.04.2022
Neuordnung des Firmengeländes (Planungsstand 2022)
Um das Vorhaben umzusetzen, haben wir 2022 gemeinsam mit der Stadt Neusäß ein Neuordnungskonzept für den östlichen Teil unseres Firmengeländes erarbeitet und dem städtischen Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt. Es sah eine modernisierte Anlage zur Baustoffrückgewinnung und zusätzliche Lagerflächen vor. Ziel war, mineralische Abfälle wie Ziegel, Beton und Fliesen, die nicht aussortiert werden müssen, künftig möglichst vollständig als Sekundärrohstoff zu verwerten.
Neben Kies wird vor allem Sand knapp. Aufbereiteter Sand könnte direkt im Betonwerk auf unserem Gelände eingesetzt werden. Wir erwarten davon weniger Bedarf an Deponieraum und weniger Lkw-Fahrten. Ein Beispiel ist die Baustelle am Universitätsklinikum mit rund 17.000 m³ Aushub. Ein Teil davon hätte sich durch Waschen als Rohstoff zurückgewinnen lassen. Stattdessen fuhr das Material an uns vorbei zur Deponie.
Ergänzend haben wir dem Ausschuss Ideen für ein Verkehrskonzept vorgestellt: die Befestigung bisher unbefestigter Wege und einen Durchstich nach Süden zur Boschstraße. Ein Kreisverkehr könnte die Südfläche an das Gewerbegebiet Täfertingen-Nord und die Entlastungsstraße anbinden. Eine zusätzliche Einfahrt über das Gewerbegebiet würde den Kundenverkehr aufteilen und die Knotenpunkte Täfertinger Straße und Nord-Süd-Spange entlasten.
Für die Neuordnung müssen die Flächen neu geordnet werden. Stadt und Unternehmen haben dabei vereinbart, das erforderliche Ausgleichsgrün in Neusäß zu erhalten und auszuweiten.
Über ein Jahr wurde der Bereich hinter der bestehenden Anlage genauestens untersucht, um festlegen zu können, welche Ausweichplätze sich für die neuen Ausgleichsflächen am besten eignen.
Bilder: Andreas Thaler GmbH &Co. KG
Studierende der HS Augsburg bei der internen Präsentation der Arbeiten.
Bilder: Lisa Thaler
Fünf Studierende der Hochschule Augsburg haben 2022 im Rahmen eines Planspiels Lösungsvorschläge für die Neuordnung erarbeitet. „Alle Dinge sollen ohne Druck gut geplant und sauber gelöst werden“, sagt Andreas Thaler. Klar ist aber auch: Ein Projekt in der Größenordnung von rund zehn Millionen Euro kann ein Familienbetrieb nicht allein stemmen. Deshalb hoffen wir auf Fördermittel.
Auch bei der Umgestaltung sollen die bestehenden Naturbereiche erhalten bleiben. Seit Jahren gibt es auf dem Gelände rund um den Thaler-See feste Bereiche mit Brutplätzen für Vögel, eine Wand für Uferschwalben und Flächen für Amphibien. „Wir hätten Ausgleichsflächen in Gablingen, wollen aber trotzdem alle Biotope hier belassen“, sagt Lisa Thaler: „Notfalls würden wir sogar Amphibien von Hand fangen und umsiedeln.“
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